Römerberg

Weltberühmt und unverkennbar frankfurterisch zeichnet sich die Silhouette des Römers ab. Hier hat der Rat der Stadt seit dem 15. Jahrhundert seinen Sitz, er gab dem Platz den Namen. Der Römerberg, ehemals Samstagsberg genannt, diente seit dem 9. Jahrhundert für Märkte und Messen, Turniere und Feste, als Richtplatz und Ort von Kaiserwahlen und –krönungen. Als schönster Platz im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation galt er im 16. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt auch der Gerechtigkeitsbrunnen in seiner Mitte, Frankfurts erster Springbrunnen, den eine Justitia mit unverbundenen Augen, Waage und Schwert schmückt. Einige Schritte vom Brunnen entfernt erinnert eine Plakette im Kopfsteinpflaster an die Bücherverbrennung 1933 durch die Nationalsozialisten.

Die Ostzeile des Römerbergs prägen die 1986 nach historischen Plänen neu erbauten Fachwerkhäuser. Ihre Namen erinnern an ihre große und stolze Vergangenheit: Auf den „Großen Engel“, wo man im 17. Jahrhundert Frankfurts erste Bank gründete, folgt der „Goldene Greif“, dann kommen die Häuser „Wilder Mann“, „Kleiner Dachsberg“, „Großer und Kleiner Lauberberg“. Den Abschluss bildet der „Schwarze Stern“ unmittelbar neben der Alten Nikolaikirche. Sie begrenzt den Römerberg in Richtung Main. Dort, am Fahrtor, erhebt sich das Haus Wertheim, das als eines der wenigen Fachwerkhäuser im Bereich der Altstadt den Bombenangriff 1944 überstand. Vis-à-vis vom Historischen Museum mündet die Saalgasse. Ihre postmoderne Häuserzeile kontrastiert die historische Architektur des Römerbergs.